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Anleitungen
für die richtige Behandlung von Bekleidung aus
Wolle - Schurwolle -
Naturwolle
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Allgemeines
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Schurwolle und Wolle sind Sammelbegriffe,
wobei Schurwolle für höchste Qualität steht. Dass nur
Erzeugnisse aus Schurwolle als solche gekennzeichnet werden, dafür
sorgt ein gut funktionierendes Kontrollsystem.
Das Wollsiegel garantiert, dass ein Garn aus reiner Schurwolle
ist.
Es sind Abweichungen bis zu 0,3% erlaubt.
Eigenschaften
Wollfasern sind dauerhaft gekräuselt, sie
sind also elastisch, formbeständig und knitterunempfindlich.
Schurwolle kann sich immer wieder "erholen". In frischer
feuchter Luft verlieren sich Falten und unangenehme Gerüche über
Nacht.
Wolle kann bis zu 30% ihre Eigengewichtes an Feuchtigkeit
aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Diese Feuchtigkeit wird von
der Faser in Dampfform absorbiert, z.B. verdampfter Schweiß. Ist
diese 30-Prozent-Grenze erreicht, wird die Wolle nass. Wasserdampf
wird gut aufgenommen, aber nicht Wasser. Regen z.B. perlt an der
schuppigen Faseroberfläche regelrecht ab. Erst langsam verdampft
das Wasser zwischen den Fasern und durchfeuchtet sie. Wolle schützt
recht lange vor Regen, braucht aber auch sehr lange, um wieder zu
trocknen.
Das Verfilzen von Wolle ist ein natürlicher Vorgang. Für die
Filztuchindustrie ist er ein Vorteil, bei Strickwolle ein
Nachteil. Der eigentliche Filzvorgang erklärt sich durch
Ein-wirkung von Feuchtigkeit plus Wärme plus mechanischer
Beanspruchung. Die feinen Schuppen des Wollhaares verhaken sich
miteinander und verkleben. Durch die Super-wash-Ausrüstung werden
die feinen Schuppen des Wollhaares mit einer hauchdünnen
Kunstharzschicht überzogen und können sich so weniger verhaken.
Superwash-ausgerüstete Wollsachen sind maschinenwaschbar im
Schongang bis 30 º C.
Mohair
sollte von Zeit zu Zeit wieder mit einer speziellen
Mohairbürste aufgebürstet werden.
Angora hingegen
sollte auf keinen Fall aufgebürstet werden, auch wenn nach dem
Stricken auf der Maschine kein Flausch zu sehen ist. Die
Angorahaare richten sich automatisch beim Tragen durch die Körperwärme
auf - der Flausch kommt von ganz allein. Wollen sie dennoch ein
bisschen nachhelfen, dann stecken Sie das Strickstück in eine
Plastiktüte und schütteln diese kräftig durch. Durch die
statische Aufladung richten sich die Haare auf. Sie können den
trockenen Pullover auch in einen Wäschetrockner bei Kaltstufe
geben.
Wollsachen aus Alpaka begnügen
sich mit einem Bad an der frischen Luft und brauchen daher nur
ein Minimum an Pflege.
Bügeln kann man Stricksachen bei schwacher Hitze. Schurwolle
sollte nicht mit Dampf gebügelt werden, weil sie sonst
verfilzt.

Waschen
- waschen Sie ein Strickstück nur dann,
wenn es wirklich verschmutzt ist. Oft genügt es, das Strickstück
über Nacht in frische feuchte Luft zu hängen, da sich dabei
lästige Gerüche verlieren. Natürliche Materialien
"erholen" sich dabei sehr gut.
- Erde, Lehm usw. trocknen lassen, ausschütteln
oder ausbürsten. Das genügt.
- alle Strickteile sollten beim Waschen auf
die linke Seite gedreht werden, damit die rechte Seite nicht
so stark beansprucht wird.
- Maschenwaren brauchen viel Waschflotte,
sie müssen locker im Wasser schwimmen. Jedes Stück möglichst
einzeln waschen. Nur sehr kurz einweichen und zügig waschen
bzw. spülen.
- unnötige mechanische Beanspruchung
vermeiden. Nicht reiben, kneten, rubbeln.
- das richtige Waschmittel benutzen.
Verwenden Sie keinen Weichspüler und keine Vollwaschmittel.
Die Mittel können Strickstücke aus Mohair und Angora
verfilzen, Schurwolle und andere Materialien weit und lappig
machen oder Farben und Fasern angreifen. Sparsam mit dem
Waschmittel umgehen. Eine Überdosierung kann die Fasern zerstören.
Niemals Fleckenmittel verwenden, da sonst oft auch das
Material ausbleicht. Am Besten lassen Sie den Fleck nicht
trocken werden und waschen das ganze Stück zunächst
entsprechend der Pflegeanleitung. Oft genügt das schon.
- im nassen Zustand ist die Gefahr des Längens
der Strickstücke besonders groß. Deshalb dürfen sie nicht
aus dem Waschbehälter gezogen, sondern sollten zusammengedrückt
herausgehoben werden.
für das Waschen in der Waschmaschine kommen nur Wollsachen in
Frage, die mit dem Wollsiegel-Etikett "waschmaschinenfest
durch Superwash" ausgezeichnet sind. Lose gestrickte
Sachen dennoch lieber von Hand waschen, weil das Maschengefüge
dann besser erhalten bleibt. Die meisten Waschmaschinen verfügen
über ein Woll-Wiege-Programm [spez. Woll-Waschprogramm].
Dabei gibt es keine vollen Trommelumdrehungen. Das Kleidungsstück
wird wie in einer Wiege hin & her geschaukelt. Das schont
die Fasern.
Trocknen
Nach der Wäsche das Strickstück
auf ein saugfähiges Frottiertuch auslegen. Dabei ab und zu wenden
bzw. das Tuch auswechseln. Nicht in die Länge oder Breite ziehen,
sondern im Liegen sanft aufschütteln und lose in leicht
gestauchter Form trocknen lassen. Mit dieser Behandlung können
auch ausgelängte Strickstücke in ihre ursprüngliche Form zurückgeführt
werden. Stricksachen nie zum Trocknen aufhängen oder in den Wäschetrockner
geben. Nicht in der Sonne oder am Heizkörper trocknen, da sonst
gebleichte Farben vergilben oder intensive Farben an Leuchtkraft
verlieren.
Bügeln
Wenn Bügeln zulässig ist,
dann nur bei empfohlener Temperatur (Einstellung
"Wolle"), von links mit feuchtem Baumwolltuch geschützt,
dämpfen. Bei Wollsachen schiebt man das Bügeleisen nicht hin und
her, sondern setzt es immer wieder neu auf. Es geht dabei nicht
darum, das Kleidungsstück trocken zu bügeln, sondern möglichst
viel Dampf schlucken zu lassen.
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